Max Müller kehrt zu GSI zurück
Der deutsche Gitarrist Max Müller, ein ehemaliger Schüler von Marco Tamayo und Thomas Müller-Pering und aktueller Schüler von Miroslav Tadić, kehrte kürzlich zu GSI zurück und nahm fünf Solovideos auf.
Malcolm Arnolds „Fantasie für Gitarre“ op. 107, 1971 für den Gitarristen Julian Bream geschrieben, ist ein einsätziges Werk, das in kontrastierende Abschnitte gegliedert ist. Die Arietta fungiert als lyrisches Herzstück der Fantasie und bietet einen Moment der Intimität, Einfachheit und emotionalen Ruhe. Mit ihren anmutigen Melodielinien und sanften harmonischen Progressionen offenbart die Arietta Arnolds Talent für liedhaften Ausdruck. Sie kontrastiert die eher kantigen oder virtuosen Episoden der Fantasie und bietet eine tief introspektive Pause, die eine ruhige, fast vokale Sensibilität innerhalb der Sologitarren-Sprache hervorruft. Max nahm dieses Stück auf einer klassischen Gitarre von Enrique Garcia aus dem Jahr 1918 mit Fichtendecke und Boden und Zargen aus CSA-Palisander auf.
„Chôro da Saudade“, komponiert 1929, ist eines der beliebtesten Werke von Agustín Barrios Mangoré und verbindet seine virtuose Gitarrentechnik mit tiefem emotionalen Ausdruck. Der Titel vereint zwei ausdrucksstarke portugiesische Konzepte: Chôro, einen brasilianischen Musikstil, der von lyrischer Melancholie geprägt ist, und Saudade, ein komplexes Gefühl nostalgischer Sehnsucht. Barrios fängt diese Stimmung durch fließende Arpeggien, bittersüße Harmonien und eine singende Melodie ein. Das Stück bewegt sich zwischen introspektiver Lyrik und kurzen rhythmischen Impulsen und evoziert so die Essenz von Erinnerung und emotionaler Distanz. Max nahm das Stück 2025 auf einer Ariel Ameijenda Konzertgitarre mit Zederndecke und Zargen und Boden aus CSA-Palisander auf.
Ein weiteres Stück von Barrios, „Vals, Op. 8 Nr. 4“, ist ein eleganter und emotional nuancierter Walzer. Im romantischen Stil komponiert, verbindet das Stück fließende lyrische Melodien mit reichen harmonischen Texturen und subtilen rhythmischen Wechseln. Sein ausdrucksstarker Charakter reicht von zarter Introspektion bis hin zu leidenschaftlichen Ausbrüchen und zeigt Barrios' Talent, technische Virtuosität in eine tief poetische musikalische Erzählung zu verweben. Die Walzerform mit ihrem charakteristischen Dreivierteltakt bleibt erhalten und wird zugleich erweitert, was dem Stück ein traumhaftes, fast improvisatorisches Gefühl verleiht, das Gitarristen und Publikum gleichermaßen fasziniert. Max nahm dieses Stück auf einer Kenneth Brogger „Mosaic“-Konzertgitarre (Baujahr 2025) mit Fichtendecke und Boden und Zargen aus indischem Palisander auf.
„Valseana“ wurde 1986 komponiert und ist der zweite Satz von Aquarelle, Sérgio Assads dreisätziger Suite für Sologitarre, die vom Virtuosen David Russell in Auftrag gegeben wurde. Anders als ein traditioneller Walzer entfaltet sich „Valseana“ mit einer sanften, introspektiven Lyrik, die Stimmung und Farbe über rhythmische Regelmäßigkeit stellt. Sein beschwingter Dreivierteltakt dient eher als subtile Unterströmung als als ausgeprägter Tanzpuls und lässt Assads reiche Harmonien und lange, ausdrucksstarke Melodielinien erstrahlen. Das Stück weckt ein Gefühl stiller Nostalgie und emotionaler Tiefe und verkörpert den brasilianischen Geist der Saudade, bleibt aber dennoch fest in der klassischen Form verwurzelt. Mit seiner nahtlosen Verbindung aus technischer Eleganz und poetischem Ausdruck ist „Valseana“ einer von Assads beliebtesten Beiträgen zum Sologitarrepertoire. Max Muller spielte das Stück auf einer klassischen Gitarre „La Leona“ von Dario Garcia (Baujahr 2025) .
Hier spielt Max Manuel Barruecos Bearbeitung des „Adagio“ aus Johann Sebastian Bachs „Violinsonate BWV 1001“. Das Adagio aus Bachs Violinsonate Nr. 1 g-Moll BWV 1001 ist ein ausdrucksstarker und kontemplativer Satz, der die meisterhafte melodische Linienführung und harmonische Subtilität des Komponisten demonstriert. Diese Sonate entstand während Bachs Köthener Zeit (1717–1723) und war ursprünglich für Violine solo komponiert. Sie erkundet die gesamte emotionale Bandbreite des Instruments. Das Adagio dient mit seinem langsamen Tempo und den ausdrucksstarken Vorhaltephasen als lyrisches Herzstück und erzeugt eine ergreifende Atmosphäre der Introspektion und Sehnsucht. Seine fließende, ornamentierte Melodie entfaltet sich über einer harmonisch reichen Textur und lädt den Hörer in eine heitere und zugleich emotional aufgeladene Klanglandschaft ein. Dieser Satz ist bis heute ein Eckpfeiler des Violinrepertoires und wird oft für Gitarre transkribiert, wodurch sein intimer Charakter wunderbar erhalten bleibt. Max hat dieses Stück auf einer klassischen Gitarre von Santos Hernandez (ehemals David Gomez Tarrega) aus dem Jahr 1931 mit Fichtendecke und Boden und Zargen aus CSA-Palisander aufgenommen.
0 Kommentare