1943 Miguel Gonzalez Abad SP/CY
| Jahr | 1943 |
| Decke | Fichte |
| Rückseite und Zargen | Zypresse |
| Skalenlänge | 656 mm |
| Sattelbreite einer Gitarre | 50 mm |
| Finish | French Polish |
| Land | Spanien |
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Die Stadt Almería kann als die „Wiege“ des modernen spanischen Gitarrenbaus angesehen werden, beginnend natürlich mit Antonio de Torres. Die Linie wurde von den Brüdern Moya (die bei Torres in die Lehre gingen) weitergeführt, dann vom Erbauer dieser Gitarre – Miguel Gonzalez Abad (1906-1989) und dann von Gerundino Fernández, die eine tiefe Tradition des Gitarrenbaus in dieser sehr wichtigen andalusischen Stadt hinterlassen. Miguel „El Cojo“ Gonzalez Abad („El Cojo“ ist ein Spitzname, den er nach einer Verletzung bei einem Verkehrsunfall erhielt) wurde zunächst als Tischler ausgebildet, aber nach seiner Lehre bei den Brüdern Moya baute er mit nur 17 Jahren seine erste Gitarre und wurde ein hervorragender Gitarren- und Bandurriabauer. Er blieb aktiv, bis er 83 Jahre alt war und am 19. Juni 1989 starb. Dieses besondere Instrument ist unglaublich interessant – es hat eine auffallend tiefe Korpusform, die ihm eine sehr niedrige Korpusresonanz verleiht, was ihm einen komplett „spanischen“ Klangstil der Mitte des Jahrhunderts verleiht – trocken, holzig, locker, warm und außergewöhnlich reaktionsschnell – so sehr, dass es sich fast so anfühlt, als würde die Gitarre sich mit minimalem Aufwand des Spielers von selbst spielen. Sie hat einen starken Charakter in der reinsten andalusischen Tradition. Die Töne sind lebendig und singend, sie kann je nach Spieler weich oder perkussiv sein, behält aber immer eine schöne Musikalität voller altmodischem Charme. Sie ist außerdem unglaublich leicht zu spielen, mit einer bequemen und schlanken Halsform und niedriger Saitenlage (3,75 mm am 12. Bund der Bassseite und 3,00 mm am 12. Bund der Diskantseite – mit viel zusätzlichem Sattel). Insgesamt eine seltene, gut erhaltene klassische Zypressengitarre aus der Mitte des Jahrhunderts, die einen absolut erstaunlichen und faszinierenden Klang hat. Es ist schade, dass Gitarren dieses Herstellers nicht stärker im Umlauf sind – Abad hätte in der spanischen Gitarrenwelt leicht ein bekannter Name werden können.
